Das ist die Band voller Idioten: Frei.Wild (Teil Eins)

Eigentlich sollte ja zu Frei.Wild, ihrem alles andere als harmlosen Patriotismus und ihren jämmerlichen Statements alles gesagt sein. Trotzdem schafft es die Band, allen voran Sänger Philipp Burger, immer wieder einen drauf zu setzen und dafür auch noch Platz in der Metalpresse zu bekommen, sei es Rock Hard, Metal Hammer oder Legacy. Dass mensch dort nicht unbedingt kritische Auseinandersetzung erwarten sollte, ist leider schon länger klar, die devote Stichwortgeberei und der Verzicht auf jeden Ansatz von unbequemen Fragen schockiert dann doch. Dazu allerdings mehr im zweiten Teil, für den ersten springen wir zurück.

Und zwar in die Zeit der Europameisterschaft. Manch eine_r wird sich erinnern, dass auch dieses Mal ein paar Autonome nicht in den Patriotismusbegeisterung mit einstimmen wollten und eine Kampagne initiierten, die zum Abbrechen von schwarz-rot-goldenen Autofähnchen aufrief. Die Wellen der Empörung schlugen kurz hoch und verebbten dann schnell wieder. Nicht so bei Philipp Burger, Sänger von Frei.Wild, der sich darüber aufregte. Und eigentlich hat das shmokblog schon vieles Richtiges dazu gesagt, auf ein paar Punkte möchte ich aber noch eingehen.
Schon am Anfang wird fleißig das Gedankengut der extremen Rechten und des rechtskonservativen Spektrums von Junge Freiheit bis hin zu NPD und Kameradschaften bedient. Das Gerede von der fortwährenden (alliierten) Umerziehung, die das deutsche Volk daran hindert, einen unverfälschten Blick auf seine Geschichte zu bekommen, ist seit Jahrzehnten ein Standardthema in diesen Kreisen. Damit soll suggeriert werden, dass am mangelnden Patriotismus das herrschende System schuld ist, dass die Menschen manipuliert und verhindert, die Wahrheit wahrzunehmen. Ein klassisches Thema der extremen Rechten, dessen sich Philipp Burger gerne bedient.
Aber es geht noch weiter. Als nächstes ist die Negation der Singularität der Shoah dran. Alle möglichen Verbrechen und Untaten einfach mal in einen Topf geworfen, ist doch eh alles das Gleiche. Insofern nochmal der fundamentale Unterschied ganz kurz erklärt: ob Menschen aufgrund einer rassistischen, nationalistischen und antisemitischen Ideologie wie dem Nationalsozialismus systematisch und bürokratisch durchorganisiert umgebracht werden, ist ein Unterschied zu Konflikten um Land und Ressourcen zwischen Ureinwohnern und Siedlern (USA) bzw. der Interpretation der marxschen Lehren (China, Sowjetunion).
Und wenn dann, wie der Shmokblog richtig erkennt, Philipp Burger im besten Nazijargon die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft verhöhnt und ihnen unterstellt, sie würden daraus ja nur Profit schlagen wollen und ihre Meinung dürfte nicht kritisiert werden, dann ist das ein deutlicher Rückgriff auf Positionen der extrem Rechten. Abgrenzung? Null.
Zum Schluss geht es zurück an den Stammtisch, Widerspruch inklusive. In der Schwarz-Weiß-Welt des Philipp Burger gibt es nämlich nur Patrioten und Deutsche. Alle anderen sind brave Patrioten, nur die Deutschen nicht. Das so etwas hanebüchener Unsinn ist, sollte eigentlich jede_r merken. Nicht nur, dass z.B. Anarchist_innen überall Patriotismus ablehnen, so gibt es genug Gebiete, in denen die Menschen wohl genug mit dem Überleben beschäftigt sind, als sich um Patriotismus zu kümmern bzw. es kaum staatliche Strukturen gibt. Und wird weiter oben die Beschäftigung mit der Vergangenheit noch verworfen, so wird jetzt ganz nationalistisch auf Geschichte zurückgegriffen, um Menschen eine Heimat, Wurzeln, Identität und eine Herkunft zu geben. Geschichte verkommt zur Geschichtsklitterung, indem sich genau der Elemente bedient werden, um eine möglichst homogene Geschichte der Nation bzw. des Volkes zu konstruieren. Störendes wird dabei dann verfälscht oder gleich weggelassen.
Und die Konstruktion eines Volkes bzw. einer Nation, gemeinsamer Wurzeln und Identität, sprich der Volksgemeinschaft, ist ebenfalls mal wieder klassisches Gedankengut der extremen Rechten. Dort ist ein Volk bzw. eine Nation nur überlebensfähig, wenn alle in der Volksgemeinschaft für das Wohl der Nation arbeiten. Dass es einen weißen Europäer wie Philipp Burger nicht mal ansatzweise in den Sinn kommt, dass die meisten Menschen in erster Linie auf ein selbstbestimmtes Leben frei von Armut, Hunger, Verfolgung, Krieg und Unterdrückung angewiesen sind, spricht für sich. Im Denken der extremen Rechten ist der Einzelne nichts und das Volk alles, ein Aspekt, der auch bei Philipp Burger zum Vorschein kommt.
Zum Schluss sei noch gesagt: genauso, wie Heimatliebe vereint, genauso schließt sie auch aus. Denn wenn mensch ein „wir“ konstruiert, geht das nicht ohne die „anderen“, die „Fremden“. Das sind zwei Dinge, die untrennbar miteinander verbunden sind, ob mensch will oder nicht. Dass so jemand wie Philipp Burger, dessen Distanzierung von seiner Vergangenheit aufgrund des wiederholt vorkommenden Rückgriffs auf Positionen der extremen Rechten, nicht glaubwürdig ist, das nicht sehen will, überrascht bei seinem Weltbild kein bisschen. Frei.Wild und ihr Sänger sind und bleiben rechtsaffine Idioten, die Rassismus, Nationalismus und Antisemitismus keineswegs ablehnen, allen schalen Lippenbekenntnissen zum Trotz, sondern sich dieses Gedankengutes immer wieder bedienen. Und genau deshalb müssen sie auch weiterhin mit unversöhnlicher Kritik leben.

Wie die Band das macht, wie mal wieder die Singularität der Judenverfolgung und -ermordung geleugnet wird und warum die Märtyrerstrategie der Band auf sie selber zurückfällt und was das Rock Hard damit zu tun hat, dazu mehr im zweiten Teil.

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3 Antworten auf „Das ist die Band voller Idioten: Frei.Wild (Teil Eins)“


  1. 1 AHCALE1978 16. November 2012 um 20:36 Uhr

    Frei.Wild = Nazi ? Juhuhuhu…ich bin im besten Comdey Blog der Welt gelandet. Merkel=Grün, Hubsi Gramar=Guter Schauspieler und Iran=Beispiellose Demokratie oder was? Alter. Bitte weniger Müll schreiben und besser recherchieren, dann klappts vielleicht auch mit den Besucherzahlen und Kommentaren zu deinen Ergüssen. Auweia. So viel Schwachsinn wie du herausmüllst tut echt weh.

  2. 2 laermstoerung 04. Dezember 2012 um 22:13 Uhr

    1. Lern lesen. Ich bezeichne Frei.Wild nirgendwo als Nazis.

    2. Besucherzahlen und Kommentare sind mir egal, wobei ich schon zugeben muss, dass mich dein Geschreibsel gut erheitert.

    3. Das mit der Recherche geb ich gerne zurück. Informier dich doch mal zuden im Beitrag angeschnittenen Themen, dann kannst du nächstes Mal auch was konstruktives schreiben und musst nicht nur pöbeln.

  3. 3 watcherx 05. Dezember 2012 um 0:44 Uhr

    Danke für Deinen Beitrag, der ziemlich genau das wiedergibt, was auch mich beim Hören der Texte dieser Band übelst im Bereich des Gaumenzäpfchens brechreizauslösend beschleicht.

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